【資料】Florian Coulmas NZZ寄稿 全文
 一昨日 中央日報に載っていた記事『ドイツ人学者も「独島の国際問題化は不公平」』が気になったので,原文に当たってみました.独語なんてもう遥か昔に勉強したきりなので,読解にてこずったの何の.昨夜やりかけたのですが,途中で寝てしまいました :D
 既にアーカイブ落ちしているようなので more欄に全文転載しておきます.
独島,もしくは竹島 ──朝鮮海峡に於ける権利と歴史
---Neue Zürcher Zeitung, 2005/04/02

 韓国の盧武鉉大統領が,「国民への手紙」の中で日本との「外交戦争」に向けて警告を発している.合わせてスポーツ競技場4個分ほどの広さの2つの岩礁をめぐる古くからの論争が最近再燃している,その最終段階である.最近 日本の某外交官が 自らの職務柄弁えるべき礼儀にも背いてソウルで表明したところによれば,竹島は歴史的にも国際法上も日本の領土であるという.それに対し,独島──韓国人たちはその無人の岩礁をそう呼ぶ──は紛れも無く韓国のものである(訳註:「と韓国人は言う」).興奮した人々が街頭で抗議し,日本大使館前で自らの指を切り落としたりもしている.彼らはその血を以て自らの祖国を防衛しようとしているのである.日本の外務省は事態を沈静化しようとしている(訳註:あるいは「事態を軽く見ている」かも知れない).日本は近隣諸国との良好な関係を保つべく務めていると言い,一方で竹島/独島問題をハーグの国際司法裁判所に持ち込もうとも言っている.

 裁判に委ねるというのが果たして公正かつ意味のある提案だろうか.国際司法裁判所に於ける領土紛争の解決は,双方の合意が無ければ行なわれない.韓国政府は現在に至るまで国際司法裁判所行きを拒否している.そのことを「裁判に負けるのではないかという不安ゆえ」と見るのは,明らかに問題の歴史的側面を見誤っていると言えるだろう.国際法は強者の権利とは異なるということに疑念を懐くだけの理由を持つ国がもしあるならば,韓国こそがそれである.なぜなら国際法こそが,韓国という国の存在を消し去り,日本による併合を実効化した道具だったからである.日本の政治家は今日もなお,日本による韓国の植民地統治は合法だったと主張している.韓国にとって,ハーグは極めて好ましからぬ痛ましい記憶と結び付いている.アメリカのルーズベルト大統領の周旋によって100年前に結ばれた,日露戦争の終結に伴うポーツマス条約により,韓国は日本の保護国とされた.ルーズベルトはノーベル平和賞を受賞したが,韓国は自らの外交的利益を代表する権利を失った.これを阻止しようと試みた韓国皇帝・高宗は,保護条約(訳註:第2次日韓協約のこと)に対し異議を申し立てるべく,1907年の第2回ハーグ国際平和会議に3名の使者を送った.しかしながら彼らは何の成果も得られなかったばかりか,耳を貸してさえ貰えなかった.なぜなら参加国43ヶ国は主権国家,それも会議に招かれた国をしか円卓会議の参加国として認めなかったからである.

 国と呼べぬ地域が19世紀の国際法の概念に従って《力》を手にすることもあり得た,と言うより彼らの地位その他は基本的にそういうやり方で存立した(訳註:この箇所,解釈に苦しんだが,おそらく「国際法を巧く利用したものだけが19世紀の国際社会でのし上がった」というくらいの意か.いずれにせよ暗に日本を指しているようだ).当時日本はこの名誉ある仲間に加わって間もなかった.19世紀の中盤に日本がアメリカによって砲艦を以て開国を強いられて後,日本の政治家たちは,(訳註:欧米列強による)植民地支配から逃れる唯一の道は自らが植民地主義国家になり勢力を拡張することだという点を早期に悟っていた.

 朝鮮半島は沖縄および北海道に続く勢力拡張の最も手近な標的であった.その王国(訳註:李朝)はそれまで何世紀にもわたって自治を保って来たにも拘らず,日本政府は1870年代から彼らの国としての独立を破壊すべく系統立った働き掛けを行い,その目的の為,専ら所謂条約港の開港を強要する為に,当時通用していた国際法を極めて巧妙に利用した.こうした方法により,日本は自らを東アジアに於ける国際法の守り手として位置付け,同時に韓国に対する要求を遂行することに成功した.この2つの側面は互いに密接に結び付いている.日本は韓国を我が物にすることによって自らの独立を維持したのである.ハーグ国際平和会議の席で,韓国は会議参加諸国の同意のもとに日本によって代表された.(訳註:韓国という国の)存在の抹消は,国際法を通じた こうしたやり方によって合法のお墨付きを得たのである.1905年7月の秘密協定(訳註:「桂-タフト協定」のこと)に於いて,日米両国政府はアメリカのフィリピン支配と日本の韓国支配を相互に認め合い,その1ヵ月後の日英同盟に於いて,イギリスによるインド・ビルマ支配と日本による韓国支配との相互承認が付け加えられた.1907年にハーグ国際平和会議が開かれたとき,日本はもはや自らの韓国に対する要求が反対に遭う心配などする必要は無かった.

 まさにそうした最中の1905年1月,日本政府は今日係争対象となっているその島を日本領と宣言したのである.同年2月,韓国の対岸にある島根県は竹島を自らの管轄区域に組み入れた.それから100年を経た今,同県は2月22日を「竹島の日」と宣言したことは,日本の外務省がwebサイト中で 今日韓国が島を管制下に置いていることを「国際法侵害」と呼んでいることに劣らず 韓国人を不快にさせている.

 1905年の宣言(訳註:第2次日韓協約のことか 05/04/11 追記: いや,竹島の島根県への編入のことだろう)が朝鮮半島の併合とは無関係であると日本政府は表明している.だが韓国政府はこの宣言を日本の植民地政策の一部と見做しており,国民が常にそうした考え方を持ち続けるよう手を尽くしている.それ故にこそ,独島/竹島という 物質的にはどう見ても係争を行なうに見合わない岩礁をめぐって 再び緊張が高まっているのである.豊かな漁業資源を云々する向きも無くはないが,そのような事よりも遥かに重要なのは歴史の(訳註:「日韓両国間の歴史認識の」のことであろう)越えがたい溝である.

Florian Coulmas

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原文
Dokdo oder Takeshima
Recht und Geschichte in der Strasse von Korea
---Neue Zürcher Zeitung, 2005/04/02

In einem «Brief an das Volk» warnt der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun vor einem «diplomatischen Krieg» mit Japan - letzte Etappe in einem jüngst wieder hochgekochten alten Streit um zwei Felsen im Meer, zusammen so gross wie vier Sportplätze. Takeshima, erklärte kürzlich in Seoul ein japanischer Diplomat, dem der für sein Metier so wichtige Takt nicht eben zweite Natur ist, sei historisch und nach internationalem Recht japanisches Territorium. Dokdo, wie die Koreaner die unbewohnten Riffe nennen, sei unverbrüchlich koreanisch, entgegnen diese. Proteste auf der Strasse, ganz Aufgeregte schneiden sich vor der japanischen Botschaft Finger ab: Mit ihrem Blut wollen sie das Heimatland verteidigen. Das japanische Aussenministerium wiegelt ab. Japan arbeite an guten Beziehungen mit dem Nachbarn, und im Übrigen könne man mit dem Takeshima/Dokdo-Problem zum Internationalen Gerichtshof nach Den Haag gehen.

Unparteiische entscheiden zu lassen, ist das kein fairer und sinnvoller Vorschlag? Zur Lösung von Territorialkonflikten kann der Internationale Gerichtshof nur angerufen werden, wenn beide Parteien einverstanden sind. Seoul hat den Gang nach Den Haag bisher abgelehnt und wird ihn auch jetzt nicht beschreiten. Darin die Angst zu unterliegen zu sehen, hiesse freilich, die historische Dimension des Problems zu verkennen. Wenn ein Land Grund hat, daran zu zweifeln, dass das Völkerrecht etwas anderes ist als das Recht des Stärkeren, dann ist es Korea. Denn das Völkerrecht war das Instrument, mit dem die schiere Existenz des koreanischen Staates eliminiert und seine Annexion durch Japan ins Werk gesetzt wurde. Japans Kolonialherrschaft über Korea, betonen japanische Politiker noch heute, war rechtmässig. Für Korea ist Den Haag mit besonders schlechten und schmerzhaften Erinnerungen verbunden. - Der vor hundert Jahren geschlossene, vom amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt vermittelte Vertrag von Portsmouth zur Beendigung des Russisch-Japanischen Kriegs machte Korea zum japanischen Protektorat. Roosevelt bekam den Friedensnobelpreis. Korea verlor das Recht, seine aussenpolitischen Belange selbst wahrzunehmen. Der koreanische Kaiser Kojong versuchte, das zu verhindern, indem er 1907 drei Abgesandte zur zweiten internationalen Friedenskonferenz nach Den Haag schickte, um gegen den Protektoratsvertrag Protest einzulegen. Sie hatten jedoch keinen Erfolg, ja sie wurden nicht einmal angehört, denn die 43 versammelten Staaten akzeptierten als Teilnehmer in zirkulärer Logik nur souveräne Staaten, eben die, die zur Konferenz eingeladen waren.

Staatenlose Gebiete konnten sich «die Mächte» nach den Vorstellungen des Völkerrechts des 19. Jahrhunderts aneignen, ja ihr Status als solche bestand wesentlich darin, dass sie das taten. Japan war erst vor kurzem in diesen erlauchten Kreis aufgestiegen. Nachdem die Amerikaner die Japaner Mitte des Jahrhunderts mit vorgehaltenen Kanonen dazu gezwungen hatten, ihr Land dem internationalen Verkehr zu öffnen, hatten ihre Politiker früh erkannt, dass die einzige Möglichkeit, der Kolonialisierung zu entgehen, darin bestand, selbst zur Kolonialmacht zu werden - und zu expandieren.

Die koreanische Halbinsel war nach Okinawa und Hokkaido das nächstliegende Ziel der Expansion. Obwohl sich das Königreich seit Jahrhunderten selbst regiert hatte, arbeitete Tokio seit den 1870er Jahren systematisch daran, seine Eigenstaatlichkeit zu unterminieren, zu welchem Zwecke es sich sehr geschickt des bis dahin nur als Diktat der Mächte über sogenannte Vertragshäfen geltenden internationalen Rechts bediente. Auf diese Weise gelang es Japan, sich als Garant des internationalen Rechts in Ostasien zu profilieren und gleichzeitig seinen Anspruch auf Korea zu zementieren. Beide Seiten dieses Prozesses waren unauflösbar miteinander verknüpft. Japan erhielt sich seine Unabhängigkeit dadurch, dass es Korea die seine nahm. Auf der Friedenskonferenz in Den Haag wurde Korea mit Einverständnis der Staatengemeinschaft durch Japan vertreten. Der Eliminierung seiner Existenz wurde auf diese Weise durch das internationale Recht der Stempel der Legalität aufgedrückt. In einem Geheimabkommen vom Juli 1905 tauschten Washington und Tokio die Vorherrschaft der USA in den Philippinen gegen die Japans in Korea. In der anglo-japanischen Allianz einen Monat später wurden Indien und Burma gegen Korea aufgerechnet. Bei der Haager Friedenskonferenz 1907 brauchte Tokio nicht mehr zu fürchten, dass sein Anspruch auf Korea angefochten würde.

Just in dieser Zeit, im Januar 1905, erklärte Tokio die heute umstrittenen Inseln zu japanischem Staatsgebiet. Im Februar desselben Jahres machte die Korea gegenüberliegende Präfektur Shimane Takeshima zum Teil eines Verwaltungsdistrikts. Jetzt, hundert Jahre später, hat die Präfektur den 22. Februar zum «Tag Takeshimas» erklärt, was die Koreaner mindestens ebenso verbittert, wie dass das japanische Aussenministerium eine Website unterhält, in der die heutige koreanische Kontrolle über die Inseln als Verstoss gegen internationales Recht bezeichnet wird.

Die japanische Regierung behauptet, die Erklärung von 1905 habe nichts mit der Annexion der koreanischen Halbinsel zu tun. Die koreanische Regierung hingegen betrachtet diese Erklärung als Teil von Japans Kolonialpolitik und tut alles, damit dieser Gedanke in der Bevölkerung wach bleibt. Deshalb schlagen die Wellen wieder einmal hoch um die Felsen von Dokdo/Takeshima, um die zu streiten sich aus materiellen Gründen gewiss nicht lohnt. Zwar spricht man von reichen Fischgründen; weitaus bedeutender aber sind die historischen Abgründe.

Florian Coulmas

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by xrxkx | 2005-04-08 20:23 | 時事ネタ一般